DigiBauG

Digitalisierung im Baugenehmigungsverfahren

Kurzbeschreibung des Projekts

Durch das Projekt Digitalisierung im Baugenehmigungsverfahren (DigiBauG) werden bauliche Genehmigungsverfahren auf Basis durchgängig digitalisierter Prozesse deutlich beschleunigt. 

Der Einsatz einer workflowbasierten Kommunikationsplattform optimiert den Nachrichtenaustausch und wesentliche Arbeitsprozesse zwischen Bauherrinnen und Bauherren sowie der Bauaufsicht. Dies ist ein wichtiger zeit- und erfolgskritischer Beschleunigungshebel, um neben einfachen, zweckmäßigen und zügigen Verwaltungsverfahren eine gute Vereinbarkeit von Bauvorhaben und gesetzlichen Vorgaben zu erreichen.

Darüber hinaus wird eine wichtige Voraussetzung für eine agile, workflowbasierte Zusammenarbeit innerhalb der Genehmigungsverfahren bei Neuanträgen in Echtzeitübertragung geschaffen werden.

Zielsetzungen des Projekts im Überblick:

Die Bereitstellung des Bauportals mit einem volldigitalisierten Bauantrag beinhaltet die Möglichkeit zur Übermittlung der Antragsdaten an die Fachverfahren der Bauaufsichtsbehörden, soweit diese XBau 2.2 oder aufwärts kompatible Folgestandards unterstützen.

Auftraggeber ist das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum.

  • Vorteile des Bauportal Hessen

    1. Zeitersparnis - durch digitale Antragsstellung und Kommunikation.

    2. Schnelle Genehmigung -
     durch parallele Beteiligung und transparente Bearbeitung.

    3. Transformationshebel - durch die aktive Mitwirkung der Verwaltungsebenen im Projekt

    • Vollständig digitaler Antrags- und Bescheidprozess
    • Einheitliche Antragsstrecken sorgen für Standards und erleichtern den Genehmigungsprozess in Hessen
    • Digitale Kommunikationsschnittstelle
    • Strukturierte Übersicht zu Anträgen, Rückfragen und Ergebnissen im Bauportal Hessen
    • Digitale Beteiligung – gemeinsam und gleichzeitig handeln
    • Frei von Medienbrüchen durch durchgehend digitale Kommunikation aller Akteure
    • Software-as-a-Service Lösung – Browserbasiert nutzt bestehende Infrastruktur ohne Installationsprozesse


  • Ziele 2026

    Was gehen wir in 2026 an?

    Roll-Out-Ziele:
    1. Roll-Out-Ziel 2026: 33 von 36 unter Bauaufsicht
    2. Zielmarke: 10.000 Anträge

    Technische Ziele: 
    1. Anbindung Denkmal-, Natur- und Wasserschutz sowie BImschG
    2. Fliegende Bauten
    3. Erweiterung des XBau-Nachrichtenrepertoires
    4. Weiterentwicklung der Beteiligungsplattform
    5. Weiterentwicklung von Geoinformationsdiensten
    6. Erweiterung Building Information Modelling-Ansätze (BIM) und
    7. Entwicklung von KI-Anwendungen
    8. Entwicklung / Erweiterung Schnittstellen zu relevanten Informationsempfängern (z.B. di.BAStAI, Hochbaustatistik, Gebäudeeinmessungsregister)

  • Jahresüberblick 2025

    Was konnten wir 2025 erreichen? 

    Unsere Erfolge:
    1. Roll-Out-Ziel 2025: 19 von 36 (VJ: 2/36) untere Bauaufsichten live
    2. Davon Digital-Only-Ansatz: 5 uBA (VJ: 0)
    3. knapp 5.000 Anträge (VJ: 350)
    4. über 3.000 Bescheide (VJ: 200)
    5. erweiterter techn. Support ist wesentlicher Treiber für Akzeptanz bei Antragsteller und digitaler Transformation
    6. Stärkung des Community-Ansatzes durch weitere Stakeholder-Formate und Einführung einer Kollaborationsplattform

Übersicht - Rollout in Hessen

Fachverfahrenshersteller
  • Systemarchitektur der digitalen Bauplattform

    Unsere Systemarchitektur

    Die digitale Bauplattform vernetzt Antragstellende, Bauaufsichtsbehörden, beteiligte Fachstellen und weitere zu beteiligende Dritte auf Basis bundeseinheitlicher Standards für den Datenaustausch (XBau/XTA).

    Bereits heute ermöglicht die Plattform einen vollständig digitalen Bauantrags- und Genehmigungsprozess. Zentrale Komponenten sind:

    • ein leistungsfähiges Antragssystem
    • eine sichere Authentifizierung
    • eine strukturierte Antragsdatenverwaltung
    • ein integriertes Nachrichtenmodul

    Diese Bausteine gewährleisten einen medienbruchfreien und nachvollziehbaren Ablauf von der Antragstellung über den Genehmigungsprozess, der Bescheidzustellung bis hin zu nachgelagerten Prozessen wie die Baubeginnsanzeigen und externen Schnittstellen zu weiteren Informationsempfängern, wie beispielsweise dem statistischen Landesamt.

    Kontinuierliche Weiterentwicklung

    Die Plattform wird fortlaufend ausgebaut. Aktuell entstehen unter anderem:

    • KI-Unterstützung von Antragsstellung bis Sachbearbeitung
    • GIS-Integration
    • BIM-Unterstützung
    • Integration weiterer Verfahren

    Unsere Vision ist mit zukünftigen Erweiterungen wie beispielsweise Genehmigungsprozesse von Denkmalschutz-, Naturschutz- und Wasserschutzbehörden die Plattform Schritt für Schritt zu einem vollständig vernetzten digitalen Bauverwaltungsökosystem zu entwickeln.

  • Miteinander in Hessen

    Im Zentrum arbeitet ein Kernteam von acht Personen, unterstützt von rund 40 Mitarbeitenden im operativen Betrieb sowie in Forschung und Entwicklung.

    Das Bauportal Hessen wird von einem Community-Ansatz getragen, welcher auf einem regen Austausch der beteiligten Akteure aufbaut. Über regelmäßige Austauschformate und die Zusammenarbeit über unsere DigiBauG-Kollaborationsplattform haben die Akteure kurze Wege bis in die Projektentwicklung. Dadurch wird eine tiefe Integration in die Verwaltungspraxis, eine schnelle Prozessabdeckung und eine hohe Nutzungsintensität erreicht. 

    Die Bauportal-Community in Hessen umfasst:

    • Obere Behörden (18 Stellen)
    • Untere Behörden (36 Stellen)
    • Kommunale Bauämter (406 Stellen)
    • Beteiligte Stellen, Träger öffentlicher Belange (ca. 1.000 Beteiligte)
    • Entwurfsverfasser (ca. 10–15 Tsd. Personen)
    • Korrespondierende Projekte auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene

    Damit wird sichtbar, wie viele Institutionen und Rollen zusammenwirken, um einen modernen, vernetzten und effizienten digitalen Bauaufsichtsprozess zu ermöglichen.

  • Zahlen, Daten, Fakten

    Anzahl übermittelter Vorgänge

    Wir sehen eine dynamische Entwicklung mit einem starken Anstieg der übermittelten Vorgänge beginnend mit dem 2. Quartal 2023 über das Jahr 2024 bis hin zum Ende des Jahres 2025.

    Im Jahr 2025 steigt die Nutzung der Plattform sprunghaft an, insbesondere ab dem zweiten Quartal. Grund dafür ist der kontinuierlich voranschreitende Rollout weiterer Bauaufsichten sowie die stetige Optimierung und Implementierung innovativer Ideen und Technologien auf der Plattform.

    Derzeit haben sich fünf Bauaufsichten für den „digital only“-Ansatz entschieden. Dies beschreibt einen durchgehend digitalen Prozess von der Antragsstellung über die Genehmigung bis zur Bauausführung.

    Antragszahlen seit 2024 bis 2025

    In den Jahren 2024 und 2025 wurden insgesamt 5.528 Anträge digital eingereicht.
    Davon entfallen:

    • 586 auf Mitteilungsverfahren
    • 173 auf Teilungsgenehmigungen
    • 4.769 auf Bauanträge gemäß § 69 HBO

    Der hohe Anteil an Bauanträgen zeigt, dass die Plattform insbesondere im zentralen Genehmigungsverfahren intensiv genutzt wird.
    Im gleichen Zeitraum wurden 3.162 Bescheide digital zugestellt.
    Dies verdeutlicht, dass nicht nur die Antragstellung, sondern auch die behördliche Bearbeitung zunehmend digital erfolgt.

  • Umgesetzte Prozesse

    • Bauantrag nach § 69 HBO
    • Vereinfachtes Verfahren nach § 65 HBO
    • Antrag auf Sonderbau nach § 66 HBO
    • Bauvoranfrage nach § 76 HBO
    • Antrag auf Abbruch nach § 62 HBO i. V. m. § 66 HBO
      • Mit Neufassung der HBO aus Oktober 2025 entfällt der Antrag und wird durch eine Anzeige ersetzt (in Umsetzung).
    • Zustimmungsverfahren nach § 79 HBO
    • Isolierter Antrag auf Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen (§ 73 HBO)
    • Genehmigungsfreistellungsverfahren nach §§ 63, 64, 64a HBO
    • Grundstückteilung gem. § 7 HBO 
      • Derzeit kann nur eine Teilungsgenehmigung beantragt werden. Mit der Neufassung der HBO aus Oktober 2025 besteht auch die Möglichkeit ein Negativzeugnis zu beantragen (in Umsetzung).
    • Bauzustandsanzeigen und Bescheinigungsmanagement
    • Bauherrschaftswechsel
    • Nachreichung von Unterlagen
    • Zurückziehung eines noch nicht genehmigten Antrags
  • Umgesetzte X-Bau Nachricht

    Bauantrag

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    200Beantragung einer Baugenehmigung
    201Ergebnis der formellen Prüfung
    202Änderungen zum Antrag 
    203Hinweis auf Anhörung
    204Stellungnahme oder Nachbesserung
    205Bescheid
    Grundstücksteilung

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    0240Antrag auf Grundstücksteilung
    0241Ergebnis der formellen Prüfung
    0242Änderungen zum Antrag 
    0243Hinweis auf Anhörung
    0244Stellungnahme oder Nachbesserung
    0245Bescheid
    Bauzustandsanzeigen

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    900Anzeige des Bauzustand
    901Untersagung des Baubeginns
    902Erteilung der Baufreigabe
    0910-0912differenzierte Baunutzungsanzeige
    0920-0922differenzierte Bauzustandsanzeigen
    Mitteilungsverfahren

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    600Anzeige des Vorhabens 
    602Mitteilung des Prüfergebnisses der Gemeinde
    603Mitteilung des Prüfergebnisses der Bauaufsicht
    Beteiligungsverfahren

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    300Aufforderung zu Prüfung und Stellungnahme
    301Ergebnis der formellen Prüfung
    302Angepasste Beteiligungsaufforderung
    303Stellungnahme
    304Rücknahme einer Aufforderung zur Beteiligung
    305Zwischennachricht
    306Antwort auf Zwischennachricht
    Prozessnachrichten

    XBAU Nachricht

    Inhalte XBAU Nachricht

    1130Rücknahme eines Antrags
    1131Quittierung der Rücknahme eines Antrags
    1120Bestätigung Eingang von Antrag oder Anzeige
    1121Mitteilung Aktenzeichen
    1141Zustellung eines Schreibens der Bauaufsichtsbehörde an das Portal
    1142Zustellung eines Schreibens an die Bauaufsichtsbehörde durch das Portal
    1060Gebührenbescheid - Der Gebührenbescheid kann im Baugenehmigungsverfahren und auch in der Grundstücksteilung verwendet werden