Odenwaldkreis

Festlich und entspannt: Weihnachten und Silvester in Oberzent

Weihnachtsmarkt etwas anders, aber mit Nikolaus

Lust auf einen „etwas anderen Weihnachtsmarkt?“ Dann sollte man den Weihnachtsmarkt in der Beerfelder Hofremise nicht verpassen. Am dritten Adventswochenende (15./16.12.) findet in der historischen  Remise ein mittlerweile legendärer und besonderer Weihnachtsmarkt statt (übrigens schon 2014 Hessentipp im HR-Fernsehen). Mit viel Liebe zum Detail und Engagement sammelt, restauriert und präsentiert das Ehepaar Schultz Tausende alte Gegenstände. Manches steht zum Kauf, das meiste aber soll den Besucher nur erfreuen und ihm von alten Zeiten erzählen. Es geht um weihnachtliche Stimmung und Besinnlichkeit bei Plätzchen und Glühwein. Wer wissen möchte, wie Küchen zu Anfang des 19. Jahrhunderts aussahen, den weihnachtlich geschmückten Gewölbekeller oder den Nikolaus (soll jeden Tag kommen und Kinder erfreuen) sehen möchte, der ist am dritten Advent in Oberzent richtig.

Viel zu sehen in Oberzent…

Doch auch wer in der Vorweihnachtszeit oder zu Hause ausreichend weihnachtliche Stimmung hatte, kommt in Oberzent zum Zuge. Das erst Anfang dieses Jahr als drittgrößte Stadt Hessens konstituierte Oberzent hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die für einen Ausflug an und zwischen den Festtagen allemal lohnen.

500 Meter westlich von Beerfelden, auf einer Anhöhe mit toller Aussicht, findet sich eine Sehenswürdigkeit, die einen erschauern lässt und manchem die Gänsehaut auf den Rücken treibt: der größte und besterhaltene Galgen im Bundesgebiet. Die historische Richtstätte ist als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt. Bis 1806 diente der Galgen dem Hochgericht der Oberzent unter der Herrschaft der Grafen von Erbach.

Zwölfröhrenbrunnen ((c) Bruno Angert)

Wer es zeitlich einrichten kann, besucht das liebevoll eingerichtete Heimatmuseum mit seinen Exponaten zum historischen Leben im Odenwald (Besichtigung nach Vereinbarung: 06068-7590-920). Wo der Bach Mümling in der Stadt entspringt und in Obernburg in den Main fließt, findet sich der historische „Zwölfröhrenbrunnen“. Ab 1810 versorgte der Brunnen die Bevölkerung mit Trinkwasser, heute erfreut er nur noch seine Betrachter.

… und um Oberzent herum

Genug geschaudert. Wer sich nach opulenten Festtagen bewegen und Natur sehen möchte, ist im südlichen Odenwald richtig. Denn die weiteren Sehenswürdigkeiten von Oberzent lassen sich am besten zu Fuß in einer Wanderung erkunden.

Burgruine Freienstein ((C) Bruno Angert)

Sehenswert ist die Burgruine Freienstein im Stadtteil Gammelsbach. Bereits im 13. Jahrhundert hat man sie als Hang-Burg errichtet. Damals kontrollierte die Burg das Gammelbachtal, in dem der zentrale Handelsweg aus dem Neckartal in den Odenwald verlief. Im 30-jährigen Krieg verfiel das einstige Wehr- und Repräsentationsgebäude zusehends. Heute ist die Burg ein historisch dominanter Wegpunkt und eine großartige Alternative zum Heidelberger Schloss, wenn man die dortigen touristischen Scharen meiden möchte.


Wer sich jetzt wieder nach Weihnachten und Wärme sehnt, kehrt in eins der typischen Odenwälder Gasthäuser zu Glühwein und Weihnachtsgebäck ein oder versucht den Gänsebraten. Anderen sei der Spaziergang zum Himbächel Viadukt ans Herz gelegt. 1881 komplett aus Odenwälder Sandstein erbaut, ist die imposante Talbrücke Teil der Bahnstrecke zwischen Eberbach am Neckar und der Stadt Erbach im Odenwald. Der Viadukt überspannt das Tal des Himbächel in 40 m Höhe und hat eine Länge von 250 m. Auch Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten – Oberzent ist unzweifelhaft die grünste Stadt Hessens.

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Himbächel Viadukt ((c) Bruno Angert)


Oberzent, Wandern in der grünsten Stadt Hessens

Direkt vor der Haustür großer Städte lädt Oberzent mit schöner Landschaft, beeindruckender Natur und herzlichen Menschen zum Entspannen ein – zwischen den Festtagen, aber auch zu anderen Zeiten des Jahres. Wer gerne wandert, hat es angesichts der Fülle der Wanderwege schwer, sich zu entscheiden. Unmittelbar im Stadtgebiet gibt es zahlreiche gut ausgezeichnete Wege, darunter den Burg Freienstein Weg oder den Dicke Eichen Weg.  Auch Fernwanderwege führen durch Oberzent, besonders reizvoll ist der Nibelungensteig im Hesseneck. Mit knapp 14 Kilometern Länge ist das Teilstück eher als Ganztagesausflug geeignet, vielleicht gekrönt von einer Runde Angeln in der Teichanlage Finkenbachtal? Es geht ja auf den Jahreswechsel zu und da kommt in manchen Haushalten Fisch auf den Tisch. Keine Sorge, wer nichts fangen sollte, kann frischen und frisch geräucherten Fisch vor Ort kaufen oder sich im See-Bistro stärken.

Biken oder Wintersport?

Deutlich mehr Action als am Angel-See finden angehende und erfahrene Mountain-Biker im Bikepark Beerfelden. Das Gelände ist herrlich in der Natur gelegen und perfekt für ganz unterschiedliche Ansprüche angelegt. Sieben Routen bieten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden Vergnügen für jedes Können. Interessierte ohne Rad können dieses einfach leihen und sich versuchen.

Das Gelände hat noch eine Besonderheit, denn es lässt sich zugleich als Skipiste nutzen. Wenn Schnee fällt, ist es laut Betreiber Werner Manschitz in wenigen Stunden umgerüstet. Dann laden 500 Meter alpine Abfahrt ein. Ob Schnee liegt oder nicht, kann man sich auf der Startseite auch aus der Ferne mit der Live-Kamera anschauen. Liegt Schnee, wird auch in anderen Teilen Oberzents für Langläufer gespurt und wenn es richtig kalt ist, verwandelt der Bauhof der Stadt Oberzent den Reitplatz in Beerfelden in eine Eisbahn für Schlittschuh-Läufer. Einen Schlittschuh-Verleih gibt es zwar nicht, aber an Wochenenden organisiert der Reit- und Fahrverein Oberzent-Beerfelden die Bewirtung der Läufer.

Menschen, Brauchtum und Sylvester

Schlittschuh-Laufen, Weihnachtsmarkt, Wandern oder Biken – hier bieten sich Gelegenheiten, um mit Menschen aus Oberzent sowie anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Und das lohnt sich, denn spannend, hilfsbereit und freundlich sind die Menschen aus dem „grünen Riesen im Odenwald“. Das Biker-Fachportal Cycleholix etwa berichtet nach Test des Bikeparks Beerfelden: „Wir haben keinen Park erlebt (bis jetzt), in dem man so schnell mit anderen ins Gespräch gekommen ist, gute Tipps erhalten hat oder auf andere Weise Hilfe bekommen hat.“

Und wie begrüßt man in Oberzent das neue Jahr? Riesige Feuerwerke wie Sydney oder Rio de Janeiro kann Oberzent zwar nicht bieten, dafür aber zwei charmante Neujahrsbräuche. Das Neujahrsschießen läuft besonders friedlich ab, denn es veranstalten hier die Kleinsten: Wenn es am ersten Januar an der Tür klingelt, halten die Oberzenter für den Nachwuchs stets eine Kleinigkeit bereit und freuen sich über die anerkennenden Salutschüsse aus der Spielzeugpistole. Die Größeren hingegen besuchen sich mit frischen Neujahrslaibchen, einem kleinen selbstgebackenen Brot und starten so gestärkt ins neue Jahr – Feiertagspfunde lassen sich in Oberzent und um Oberzent herum ja leicht wieder abtrainieren!

Also: auf nach Oberzent, ob für einen Ausflug während Festtage, als Kontrastprogramm zwischen den Jahren oder zum Umsetzen der sportlichen Neujahrsvorsätze!

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