Interview

Schützen und vorsorgen

einfo21: Herr Beuth, wie ist es um die Cybersicherheit in Hessen bestellt?

Peter Beuth: Durch die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft wachsen auch die Gefahren. Die Hessische Landesverwaltung unternimmt unter der Agenda „Cybersicherheit@Hessen“ größtmögliche Anstrengungen, um unsere Bürgerinnen und Bürger wie Unternehmen noch besser vor Angriffen im Internet zu schützen. Dazu gehören verschiedene Bausteine, wie das Cyber Competence Center, kurz Hessen3C, als landesweite Institution und Servicestelle für die Bereiche Cybercrime und Cybersecurity sowie das CERT-Hessen als etablierte Einheit zum Schutz der Landesverwaltung vor Angriffen. Zusätzlich arbeiten wir mit Forschungseinrichtungen zusammen, um der Entwicklung Stand zu halten. Auch der jährlich ausgerichtete „Cybersicherheitsgipfel“ ist wichtig, denn er stellt das Thema IT-Sicherheit transparent dar und liefert immer wieder neue Erkenntnisse und Gedenkanstöße für die Zukunft.

einfo21: Das Land und die ekom21 betreiben gemeinsam das „Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit“, kurz KDLZ-CS. Was sind genau die Aufgaben dieses Dienstleistungszentrums?

Peter Beuth: Auch die Einrichtung des KDLZ-CS ist eine Maßnahme aus der Cybersicherheitsstrategie des Landes. Ziel des Zentrums ist es eine großflächige Verbesserung des Informations-Sicherheitsniveaus bei den Kommunen zu erreichen. Dazu gehören Bestandsaufnahme der vorhandenen IT-Systeme, die Ermittlung von Schwachstellen, Mitarbeiterschulungen und natürlich die Bereitstellung von Softwarelösungen. Das Land nimmt mehr als fünf Millionen Euro hierfür in die Hand und stellt damit sicher, dass das Angebot den hessischen Kommunen kostenlos zur Verfügung steht. Ich freue mich, dass bereits 262 kleine und großen Kommunen das KDLZ so rege genutzt haben und damit den ersten, den wichtigsten Schritt auf dem Weg zu mehr Cybersicherheit eingeschlagen haben.

einfo21: Das Programm startete 2016 und läuft bis 2020. Was passiert danach?

Peter Beuth: Cybersicherheit ist ein Thema, das auch in den nächsten Jahren unserer vollen Aufmerksamkeit bedarf und deshalb weiter im Fokus der Landesregierung stehen wird. Daher wird es erforderlich sein, durch innovative und zukunftsfähige Konzepte die Cybersicherheit in den Kommunal- und Landesverwaltungen weiter zu verbessern bzw. das erreichte Niveau zu halten.

einfo21: Können Sie schon etwas über das „Cyber Competence Center“ sagen, welches sich zurzeit im Aufbau befindet?

Peter Beuth: Mit Hessen3C geht das Hessische Innenministerium neue Wege im Bereich Cybersicherheit. Wir ziehen Cyber-Spezialisten aus den Bereichen der Polizei, des Computer-Emergency Response Teams (CERT-Hessen) und des Landesamtes für Verfassungsschutz zusammen, um den Ressourceneinsatz zu optimieren, um mehr und bessere Dienstleistungen für die Unternehmen, Landesverwaltung und die hessischen Kommunen anbieten zu können und um die Sicherheitsbehörden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Hessen3C wird dabei täglich ein gemeinsames, behörden-übergreifendes Cyber-Lagebild erstellen und damit den behörden-übergreifenden Informationsaustausch unterstützen. Für Unternehmen und Verwaltungen steht mit Hessen3C rund um die Uhr ein zentraler Ansprechpartner zur Verfügung, der kompetent und ergebnisoffen bei Cybersicherheitsvorfällen berät und eine schnelle und einfache Schnittstelle zu allen zuständigen Behörden bietet. Der Betroffene behält dabei die volle Entscheidungshoheit zum weiteren Vorgehen. Darüber hinaus ist Hessen3C als Innovations-Center und interner Dienstleister für die beteiligten Behörden ausgelegt. Dazu gehört das Technologie-Radar genauso wie die Begleitung von Entwicklungsprojekten und der Betrieb modernster Lösungen für die Analyse und Auswertung von Daten.

einfo21: Herr Beuth, vielen Dank für das Interview.

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