​Happy Birthday, owi21

 

Das Ordnungswidrigkeitensystem owi21 ist nun seit zehn Jahren auf dem Markt. Was bescheiden in Hessen begann, ist mittlerweile in fünf weiteren Bundesländern eingesetzt: In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Thüringen und bei der Freien und Hansestadt Hamburg.



Ablösung HESOWI
Die Erfolgsstory von owi21 begann zugegebenerweise wenig spektakulär. Am 6. März 2001 lud die damalige Kommunale Informationsverarbeitung in Hessen (KIV) zu einer Sitzung ein. Titel: „Ablösung des seit 25 Jahren erfolgreich eingesetzten Verfahrens HESOWI“. Ziel sollte die Neuentwicklung eines modernen und zukunftsweisenden Systems zur Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten sein.

Eine kleine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentralen Bußgeldstelle in Kassel, der Bußgeldstelle der Stadt Frankfurt am Main, der KIV in Hessen und des KGRZ Kassel trafen sich in der damaligen ekom21-Geschäftsstelle im Darmstädter Stadtteil Kranichstein. Später kamen weitere Mitglieder aus Kommunalverwaltungen dazu – alle mit dem Ziel, die automatisierte Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten zu revolutionieren. Detlef Erdmann, Leiter Informationstechnik der Zentralen Bußgeldstelle beim Regierungspräsidium Kassel und Mann der ersten Stunde, erinnert sich: „Anhand von Prototypen ist die am besten geeignete Systemumgebung ermittelt worden und eine Arbeitsgruppe aus Owi-Fachleuten hat Arbeitsabläufe und Aufgaben beschrieben, die es dann im damals noch namenlosen Owi-Programm abzubilden galt. Nicht nur die Fachleute gaben ihr Bestes, sondern auch die Kaffeemaschinen“.

Der anfängliche Slogan „Mit Kunden für Kunden“ schien den Mitgliedern der Arbeitsgruppe schon bald überholt. Zwischenzeitlich hatte das Verfahren nämlich außerordentliche Dimensionen eingenommen. Immer mehr und immer größere Entwicklungssprünge wurden umgesetzt und das „kindliche“ owi21 erfuhr einen Wandel zum „ausgewachsenen“ Status. Schon bald setzte sich der Slogan „Von Praktikern für Praktiker“ durch.

Erfolgsstory
Wie geplant, wurde am 5. Januar 2004 der Produktionsbetrieb von owi21 aufgenommen. Die Daten von zunächst 23 Kommunen wurden übergeleitet und Anfang Februar 2004 gingen rund 50 weitere Kommunen aus den Räumen Kassel und Wiesbaden in den Echtbetrieb. Im März 2004 hatten sich nochmals 120 Kunden an der Überleitung beteiligt und bis Mai 2004 arbeiteten dann 288 hessische Kommunen und die ZBS mit owi21. Am 1. Januar 2005 wurden bereits 4,6 Millionen Fälle abgewickelt.

Im Juni 2005 begann die Migration bei 470 Kommunen in Baden-Württemberg, im Juli wurden die ersten Verwaltungen in Schleswig-Holstein und Thüringen migriert. Die elektronische Akte (eAkte) wurde im März 2005 eingeführt, im April das Projekt eRV-OWi (elektronischer Rechtsverkehr in OWi-Sachen) gestartet und im August kam der elektronische Postzustellungsauftrag (ePZA) dazu.

Zwei Jahre später erfolgte der nächste Evolutionsschritt: Die Anforderungen an eine „mobile“ Variante kamen auf. Auf einfache Art und Weise sollten Anzeigen mit PDAs oder Smartphones vor Ort und vor allem papierlos erfasst werden können. So wurde „owi21ToGo“ geboren, die mobile Variante des Ordnungswidrigkeitensystems. Heute nutzen über 100 Kunden das „owi21 zum Mitnehmen“ und haben bislang mehr als eine Million Fälle abgewickelt. Insbesondere die Ausstattung der hessischen Polizei, als derzeit größten owi21ToGo-Kunden, macht die mobile Variante zu einer weiteren Erfolgsgeschichte im Bereich der Ordnungswidrigkeiten.

Weiter ging es im April 2011 mit dem Produktionsbeginn von owi21 bei der Freien und Hansestadt Hamburg, gefolgt vom Projektstart in Sachsen-Anhalt Anfang 2012 und der Inbetriebnahme im Mai 2014.

Vorzeigeprodukt
owi21 ist mit dem Einsatz in sechs Bundesländern eine der erfolgreichsten Softwarelösungen in Deutschland. Mehr noch: Mit bundesweit 19,8 Millionen Fällen ist das Ordnungswidrigkeitenverfahren eines der „Vorzeigeprodukte“ der ekom21. Im Laufe der Jahre ist owi21 bei ungezählten Messen und Veranstaltungen (CeBIT, KOMCOM, DiKOM, Moderner Staat, eXPO) von Ministerpräsidenten, Bundes- und Landesministern, Europaabgeordneten, Staatssekretären und andern politischen Vertretern, abgesehen von unzähligen kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unter die Lupe genommen worden. Die Akzeptanz von Verwaltung und Politik ist auch eine der Erfolgsfaktoren von owi21.

Auf diesen Erfolgen will sich die ekom21 allerdings nicht ausruhen. Im Gegenteil: Die Erneuerung von owi21 wird in der nächsten Zeit einen breiten Raum einnehmen.

Die Anwender dürfen sich also auf ein weiterhin modernes und optimiertes Verfahren zur Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten freuen – getreu dem Motto „Von Praktikern für Praktiker“. 

​owi21 in Zahlen
Hessen
Beginn: 2004​
​5,5 Millionen abgeschlossene Fälle pro Jahr
6,6 Millionen Kuvertierungen und Frankierungen
2200 Benutzer
290 Kunden (Gemeinden, Städte, Landkreise und staatliche Stellen)
Baden-Württemberg
Beginn: Oktober 2005
Partner: Regionale Rechenzentren (RZ-BW): KIRU Ulm, KDRS Stuttgart, KIV BF Karlsruhe​
​8,3 Millionen abgeschlossene Fälle pro Jahr
5800 Benutzer
470 Kunden (Gemeinden, Städte, Landkreise und staatliche Stellen)
Schleswig-Holstein
Beginn: März 2006
Partner: Dataport​
​1,2 Millionen abgeschlossene Fälle pro Jahr
230 kommunale Benutzer, ca. 4.800 Benutzer bei der Polizei
40 kommunale Kunden (Gemeinden, Städte, Landkreise) sowie die Polizei in Schleswig-Holstein
Freistaat Thüringen
Beginn: November 2005
Partner: Thüringer Landesrechenzentrum (TLRZ) Erfurt
​72.500 abgeschlossene Fälle pro Jahr
100 Benutzer
25 kommunale Kunden
Freie und Hansestadt Hamburg
Beginn: April 2011
Partner: Dataport
​1,45 Millionen abgeschlossene Fälle pro Jahr
120 Benutzer
Behörde für Inneres und Sport
Einwohner Zentralamt, Zentrale Bußgeldstelle
Bußgeldstellen
(gemäß Zuständigkeitsverordnung Bußgeldbehörden für Verkehrsordnungswidrigkeiten)​
Regierungspräsidium Kassel
​Zentrale Bußgeldstelle des Landes Hessen
1,3 Millionen Fälle pro Jahr
Frankfurt am Main​
​Stadt Frankfurt am Main
900.000 Fälle pro Jahr
​Quelle: Thomas Kalwak, ekom21