Mörfelden-Walldorf als Vorreiter bei Bundes-Initiative

 

eGovernment, also automatisierte Verwaltungshandlungen über das Internet, gewinnt in Form von Transparenz, Bürgerfreundlichkeit und Bürgerpartizipation immer mehr an Bedeutung.

Effiziente Abläufe
Die Stadt Mörfelden-Walldorf hatte hierzu im Oktober letzten Jahres ein Bürgerportal in Betrieb genommen. Darüber werden zukünftig sämtliche elektronische Anforderungen und Dienstleistungen der Bürgerinnen und Bürger bearbeitet, sowie der Austausch von Informationen zwischen Internetnutzern und der Verwaltung gefördert. Die eigens dafür entwickelte Lösung des kommunalen IT-Dienstleisters ekom21 hilft dabei, Verwaltungsprozesse in eine elektronische Vorgangsbearbeitung zu integrieren. Dadurch ist eine medienbruchfreie Weiterverarbeitung in der Stadtverwaltung möglich und reduziert so Kosten und Bearbeitungszeit. „Wir sind mit der regen Inanspruchnahme sehr zufrieden. Außerdem bestätigen uns die Bürger, dass es nun einfacher, schneller und effizienter geworden ist“, freut sich Bürgermeister Heinz-Peter Becker.

Nun geht die Doppelstadt in Sachen eGovernment noch einen Schritt weiter: Mörfelden-Walldorf ist im Rahmen der eGovernment-Initiative für eID und den neuen Personalausweis Kooperationspartner des Bundesministeriums des Innern. „Dies ist für uns nicht nur eine gewaltige Herausforderung, sondern gleichzeitig auch eine Auszeichnung“, so Becker.

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Thomas Krüger (Hauptamtsleiter) und Stefan Feutner (Abteilungsleiter Stadtbüros) testen den neuen Personalausweis mit eID

Umfassende Kooperation
Die Kooperationsvereinbarung umfasst den Entwurf einer Software-Architektur für die Integration der elektronischen Identifizierungsfunktion (eID) im neuen Personalausweis. Die im Rahmen der Kooperation erarbeitete Lösung wird es dann – auch rechtlich – ermöglichen, den Zuzug in eine Wohnung via Internet, ohne Weg zum Einwohnermeldeamt, anzumelden.

Als Partner hat sich die Stadtverwaltung, wie schon beim Bürgerportal, die ekom21, den größten kommunalen IT-Dienstleister in Hessen, ausgewählt. Zum Einsatz kommt das Kommunale Fallmanagement fm21, das die Prozesse der Verwaltung automatisiert abbildet und in einen elektronischen Arbeitsablauf umsetzt. Dieses Workflow-Management soll nun um die Funktionalität der eID ergänzt werden. Hierbei handelt es sich um die elektronische Identifizierungsfunktion des neuen Personalausweises. Der Inhaber eines solchen Ausweises hat durch den eingebauten Chip die Möglichkeit, sich gegenüber Dritten eindeutig und authentisch zu identifizieren. Sinnvoll ist diese Funktion beispielsweise bei der Abwicklung elektronischer Rechtsgeschäfte.

Gerade bei ganzheitlichen eGovernment-Anwendungen, wie sie die Stadt Mörfelden-Walldorf und die ekom21 entwickeln, ist eine rechtssichere Lösung hinsichtlich Identifizierung und Authentifizierung unerlässlich. Die bisherigen Technologien mittels elektronischer Signaturkarte haben sich in der Bevölkerung nicht durchgesetzt. Durch die neuen rechtlichen Möglichkeiten kann eine qualifizierte Signatur die persönliche Unterschrift ersetzen. Sicheres, verbindliches und vertrauliches Senden von Dokumenten ist ebenso möglich, wie der Nachweis der Identität des Kommunikationspartners und die verschlüsselte Übertragung.

Wichtiger Beitrag
Mörfelden-Walldorf wird nun mit dem Projektpartner ekom21 die eID des neuen Personalausweises für fachverfahrensübergreifende Arbeitsabläufe des Bürgerportals nutzen, um so weitere Verwaltungshandlungen elektronisch verfügbar zu machen und den „Behördengang“ auf ein Minimum zu beschränken. Dazu Bürgermeister Heinz-Peter Becker: „Unsere Stadt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Entwicklung von eGovernment-Möglichkeiten und somit zu mehr Bürgerfreundlichkeit von Verwaltungsprozessen. Selbstverständlich können zukünftig auch ausländische Mitbürger diesen Service nutzen. Wie der neue Personalausweis, bietet auch der von den Ausländerbehörden ausgestellte elektronische Aufenthaltstitel die technischen Voraussetzungen“. Becker sieht seine Stadt außerdem als einen der Vorreiter bei der Entwicklung bundesweiter eGovernment-Anwendungen.

Ulrich Künkel, Geschäftsführer des Partners ekom21, ergänzt: „Wir sind stolz, Mörfelden-Walldorf bei dieser bundesweiten Initiative unterstützen zu dürfen. Unser langjähriges Fachwissen in komplexen eGovernment-Strukturen werden wir in dieses Projekt einfließen lassen. Derzeit liegen wir gut im Zeitplan“. Dieser Plan sieht vor, dass die Anmeldung einer Wohnung im Internet bis zum 30.06.2013 als Lösung zur Verfügung steht. Unmittelbar nach Inkrafttreten des geänderten Bundesmeldegesetzes kann also der Einsatz in Mörfelden-Walldorf erfolgen.

Das Bundesministerium des Innern unterstützt das Projekt in Form von Informationen, Beratungsleistungen (insbesondere technischer Art auf dem Bereich der eID) sowie Finanzierung von Projekttagen.