Tradition im Personenstandswesen fortgesetzt

 

Seit 2009 ist der März ein besonderer Monat für die Standesbeamtinnen und Standesbeamten.

So hat die ekom21 im März 2009 – als bundesweit erstes Rechenzentrum – den Kraftakt gewagt, für rund 300 Standesämter die elektronischen Personenstandsregister einschließlich der elektronischen Sammelakten produktiv zu setzen. Nach einer intensiven Entwicklungs- und Projektphase, beginnend mit der Erlass des Personenstandsrechtsreformgesetzes im Januar 2007, und einem Probewirkbetrieb mit den Standesämtern der Stadt Frankfurt am Main konnte somit in kürzester Zeit der Paradigmenwechsel hin zur elektronischen Registerführung realisiert werden.

Ein weiterer Schritt folgte – nach dem erfolgreichen Abschluss des priorisierten XÖV-Projektes „XPersonenstand“ – mit dem Beginn Datenübermittlungen zwischen Standesämtern am 1. März des vergangenen Jahres. Nach der Bereitstellung der technischen Infrastruktur auf Bundesebene konnte diese Datenübermittlung zum 1. November 2011 bundesweit ausgedehnt werden. Seit diesem Zeitpunkt haben die Standesämter die Möglichkeit, bundesweit elektronische Nachrichten auszutauschen. Die Einführung der Datenübermittlung an das zentrale Testamentsverzeichnis, das am 1. Januar 2012 seinen Betrieb aufgenommen hat, war daher nur konsequent.

Ab dem 1. März 2012 hat die ekom21 nunmehr eine weitere Lücke im Hinblick auf die Datenübermittlungen zwischen Standesämtern und anderen Behörden geschlossen. Die Datenübermittlung zwischen Standesämtern und Meldebehörden ist seit diesem Zeitpunkt produktiv. Auch für die Produktivsetzung dieser – bundesweit einmaligen – Datenübermittlung waren umfangreiche Vorarbeiten und Tests notwendig. So mussten zunächst – in Abstimmung mit dem Verlag für Standesamtswesen – die im Standard XPersonenstand beschriebenen Nachrichten erzeugt und an die Infrastruktur der so genannten Clearingstelle übergeben werden. Daneben waren umfangreiche Arbeiten im Verfahren Pamela erforderlich. Den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern im Einwohnermeldeamt werden die Nachrichten aus dem Standesamt (zunächst im Einvernehmen mit dem Verlag für Standesamtswesen und dem Betreiber von XPersonenstand die Nachrichten über eine Geburt, einen Sterbefall, eine Eheschließung und die Begründung einer Lebenspartnerschaft) zur automatisierten Bearbeitung im Einwohnerwesen „PAMELA“ zur Verfügung gestellt. Weitere Nachrichten werden sukzessive – bundesweit abgestimmt – jeweils zum 1. Mai bzw. 1. November jeden Jahres zur Verfügung gestellt.
Durch die elektronische Übermittlung der Nachrichten an die Einwohnermeldeämter werden nicht nur die Standesbeamtinnen und Standesbeamten erheblich von manuellen Tätigkeiten entlastet; auch im Einwohnerwesen kann jetzt von dem mit dem Personenstandsrechtsreformgesetzt begonnen Paradigmenwechsel im Personenstandswesen erheblich profitiert werden.