​​Erster Hamburger Verkehrstag war ein voller Erfolg

 

Zum ersten Hamburger Verkehrstag luden der Landesbetrieb Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg (LBV) und die ekom21 ein. Die gemeinsam ausgerichtete Veranstaltung fand vom 21. bis 22. September 2015 in Hamburg statt.

Rege Beteiligung
Dr. Jörg Oltrogge (Geschäftsführer des Landesbetriebs Verkehr Hamburg) und Ulrich Künkel (Geschäftsführer der ekom21) begrüßten die zahlreichen Gäste, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Von den Alpen bis zur Küste waren Leiter, Führungskräfte und Sachbearbeiter deutscher Straßenverkehrsbehörden vertreten.


Die Geschäftsführer Dr. Jörg Oltrogge (LBV) und Ulrich Künkel (ekom21) bei ihrem humorigen Dialog à la „Kienzle und Hauser“

Zu Beginn erwartete die Gäste eine Führung durch den Landesbetrieb Verkehr, der zweitgrößten Zulassungsbehörde in Deutschland. Den Besuchern wurden die Abläufe bei der Fahrzeug-Zulassung, in der Führerscheinstelle und bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen erläutert. Die Teilnehmer konnten so – mit allerlei Hintergrundinformationen versehen – durch die Gebäude des LBV gehen. Und da man sich gegenseitig gleich sympathisch fand, erfolgte der Rundgang in gelöster Stimmung und im angeregten Austausch untereinander. Dr. Oltrogge und die versierten Fachleute seines Hauses sorgten mit ihrem Wissen und einigen augenzwinkernden Anekdoten für eine interessante und kurzweilige Tour durch den LBV.

Zurück im Tagungsraum des Landesbetriebes Verkehr konnten die Teilnehmer die hanseatisch-hessische Gastlichkeit bei einem Kaffee und intensivem Erfahrungsaustausch genießen und sich auf spannende Vorträge freuen.

Hochkarätige Referenten
Den Auftakt machten Carsten Willms, Verkehrspolitischer Sprecher des ADAC, und Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik Köln. Ihr Vortrag „Parkraum-Management als effektives Mittel zur Verkehrssteuerung“ stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmern. Nicht ohne Grund, denn die Problematik war jedem der Anwesenden bestens bekannt: Wie schafft man es – gerade an Wochenenden oder bei Großveranstaltungen – ausreichend Parkraum in direkter Nähe zum Stadtzentrum bereitzustellen und somit einen effizienten Verkehrsfluss zu gewährleisten? Willms, ein ausgewiesener Experte der strategischen Verkehrsinfrastruktur, und Harzendorf, als Bauassessor und erfahrener Verkehrsplaner, sorgten mit ihren Anregungen für reichhaltigen Gesprächsstoff.


Bestens besucht: Am ersten Hamburger Verkehrstag herrschte großes Interesse

Nicht minder spannend ging es mit Raimund Brodehl weiter. Der Leiter der Abteilung Mobilität bei der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Stadt Hamburg ist außerdem mit der Leitung der Projektgruppe „Transport für Olympia“ betraut, die sich zur Zeit mit der Erstellung des Mobilitätskonzeptes für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Hamburg befasst. Sein Referat „Verkehrsmanagement bei Großveranstaltungen am Beispiel von Olympia 2024“ machte den Zuhörern deutlich, welche gigantischen Dimensionen an Verkehrsaufkommen auf die Hansestadt zukommen könnten.

Der Abschluss des ereignisreichen ersten Tages wurde stilgerecht auf das Wasser verlegt, denn an den traditionsreichen Landungsbrücken wartete schon ein Schiff auf die Teilnehmer. Nach einer kurzen Hafenrundfahrt mit Erklärungen eines waschechten Hamburger Käpt’n folgte ein Expertengespräch zu den Themen IT-Grundschutz und car2X. Im letzteren Falle handelt es sich um das intelligente Auto der Zukunft und um autonomes Fahren, also die Steuerung eines Fahrzeuges mittels Sensoren und Computer. Zu diesen Zukunftsaussichten und den datenschutzrechtlichen Belangen diskutierten Dr. Lutz Gollan und Dr. Jens Ambrock. Dr. Gollan ist Behördlicher Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragter der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, Dr. Ambrock ist Referent beim Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Das durchweg brisante und hochaktuelle Thema beschäftigte die Teilnehmer über das Expertengespräch hinaus und so diskutierte man noch geraume Zeit über die Grenzen der Mobilität, den Datenschutz und die Zukunft der Verkehrsbehörden.

Zweiter Tag
Ob es an der Hamburger Luft, der hanseatischen Gastlichkeit oder am sanften Wellengang des Vorabends lag – jedenfalls fanden sich die Teilnehmer am zweiten Tag wohlgestimmt und inspiriert im Hotel „Hafen Hamburg“ zusammen. Begrüßt wurden sie wiederum von den Geschäftsführern Dr. Jörg Oltrogge (LBV) und Ulrich Künkel (ekom21). Außerdem richtete Bernd Krösser, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg, ein Grußwort an die Gäste und wünschte mit Blick auf die vollgepackte Tagesordnung einen angeregten Sitzungsverlauf.

Dieser startete mit dem Vortrag „i-Kfz – Chancen und Risiken in der Umsetzung von Stufe 2 und 3“. Torsten Ledwig, Leiter des Projekts „Internetbasierte Kfz-Zulassung - i-Kfz“ beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, stellte in seinen Ausführungen die positiven Aspekte von i-Kfz dar, vermied es aber auch nicht, die Gefahren aufzuzeigen, die sich aus unserer immer mehr vernetzten und internetbasierten Welt ergeben.

Über „Zukunftsanforderungen an die Mobilität der Städte“ referierte Roland Keppler, Mitglied der Geschäftsführung der moovel GmbH. Keppler hat 2014 die neue Position des Geschäftsführers bei der Daimlertochter car2go übernommen. Hier treibt der studierte Wirtschaftsingenieur die internationale Expansion dieses Carsharing-Projekts voran, das mittlerweile in Europa und Nordamerika in 30 Städten läuft und eine Million registrierte Nutzer hat.

Humoriger Dialog
Danach traten die Gastgeber, Dr. Jörg Oltrogge und Ulrich Künkel, vor das Plenum, um das Gemeinschaftsprojekt VIATO vorzustellen. Die Verkehrssuite VIATO ist eine Gemeinschaftsentwicklung von ekom21 und LBV, die verschiedene Software-Module für Straßenverkehrsbehörden bereitstellt. Für das Zulassungs-, Fahrerlaubnis- und Genehmigungswesen, für das Parkraum-Management sowie für Fahrlehrer und Fahrschulen stehen einzelne Lösungen bereit. Im Rahmen eines humorigen Dialogs à la „Kienzle und Hauser“ referierten die beiden Geschäftsführer über die Software und ihre Vorzüge. Dementsprechend lautete der Vortrag auch „Das Straßenverkehrsamt - innovativ, wirtschaftlich und effizient. Der Zukunftsansatz - VIATO Verkehrssuite“. Der Vortrag wurde mit viel Applaus bedacht und sorgte auch in der anschließenden kurzen Pause für hinreichenden Gesprächsstoff.

Beim darauffolgenden Programmpunkt, der Podiumsdiskussion „Das Straßenverkehrsamt der Zukunft - Anforderungen von Bürger/innen, Kunden, Dienstleistern und Verwaltung“, standen einige Akteure mehr auf der Bühne. Es diskutierten Holger Laß (Obermeister Innung des Kfz-Handwerks, Sitz Hamburg und Präsident des Landesverbands des KFZ-Gewerbes Hamburg e.V.), Jan Wolff (kaufmännischer Leiter Personal & FC PKW der Vertriebsdirektion PKW Nord bei der Mercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH), Guido Schötz (Referatsleitung Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Abt. III – Kraftfahrzeugwesen –, Referat Kraftfahrzeugzulassung in Berlin), Toralf Riedmüller (Abteilungsleiter Fahrzeug-Zulassung Hamburg-Mitte) und Ulrich Künkel (Geschäftsführer der ekom21). Die unterschiedlichen Aspekte der einzelnen Interessensgruppen traten bei der Podiumsdiskussion deutlich zutage und sorgten auch bei den Gästen zu einem angeregten Meinungsaustausch.

Anschließend referierte Bodo Bronnmann, Leiter der Abteilung Zentrale Register beim Kraftfahrt-Bundesamt. „Datenaustausch in Europa“ lautete der Titel seines Vortrags und beleuchtete das steigende Bedürfnis der Verwaltungen bzgl. eines grenzüberschreitenden automatisierten Datenaustauschs. Bronnmann zeigte die derzeit schon vorhandenen Wege des Datenflusses detailliert auf, was auf großes Interesse bei den Teilnehmern stieß.

Visionäre Vorträge
Um die Zukunftsanforderungen an die Mobilität der Städte ging es im Anschluss. Peter Lindlahr, Geschäftsführer der hySOLUTIONS GmbH, machte den Zuhörern deutlich, welche Chancen und Risiken es in der Zukunft zu bewältigen gilt. Im Rahmen einer Public-Private-Partnership koordiniert er im Auftrag des Hamburger Senats sämtliche Aktivitäten in der Elektromobilität und bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Diese zukunftsorientierten Technologien führten aus den Reihen der Teilnehmer zu einer Vielzahl von Rückfragen.

Zum Schluss des ersten Hamburger Verkehrstags referierte auf sehr humorvolle Art und Weise Dr. Frank Hagenow von der AVUS Gesellschaft für Arbeits-, Verkehrs- und Umweltsicherheit mbH. Dr. Hagenow, Diplom-Psychologe und ehemaliger Fahrlehrer, ist seit vielen Jahren als psychologischer Gutachter im gesamten Bundesgebiet an allen zwölf Standorten der AVUS tätig. Im Rahmen seines Vortrags „MPU - So funktioniert ́s! Ablauf einer MPU beim Gutachter“ erfuhren die Teilnehmer eine Reihe interessanter Aspekte des Verkehrsrechts und einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung.

Am Ende der Veranstaltung zogen Dr. Jörg Oltrogge und Ulrich Künkel eine erste Bilanz der beiden Tage. Auch der Dank an die Organisatoren des ersten Hamburger Verkehrstages durfte da nicht fehlen: Gabi Göpfert (Unternehmensbereichsleiterin Vertrieb/Marketing der ekom21), Sarah Lena Kolland und Laura Stallmach (Marketing und Kommunikation, Abteilung Kunden- und Innovations-Management im LBV) sowie Uwe Thillmann (Leiter der Abteilung Kunden- und Innovations-Management im LBV) waren die „guten Geister“ im Hintergrund und sorgten für einen reibungslosen Verlauf, was mit viel Applaus und Lob bedacht wurde.

Für die Teilnehmer stand jedenfalls eines fest: Eine gelungene Veranstaltung, die Lust auf eine Wiederholung in 2017 macht!