Heiraten in Hessen 

 

Verliebt, verlobt, verheiratet: Trau(m)orte in Hessen. Die Hochzeit: der schönste Tag im Leben. Damit alles perfekt wird, gilt es im Vorfeld viel zu beachten – vom richtigen Kleid über die richtige Musik bis hin zum richtigen Essen. Eine besondere Rolle spielt zudem der Ort, an dem die Trauung stattfindet. Das wissen auch die Standesämter in Hessen. Neben der klassischen Trauung im Rathaus bieten sie darum eine Reihe außergewöhnlicher Alternativen. Von Schlössern über Burgen bis hin zu Museen und Schiffen ist hier für jeden Geschmack etwas dabei.
Edertalsperre und Edersee: Natur pur
Wer rund um den Edersee heiratet, entscheidet sich für eine grandiose Naturkulisse. Denn durch die vor mehr als 100 Jahren gebaute Edertalsperre ist hier ein zauberhafter See mit einer Länge von 27 Kilometern entstanden. Inzwischen gilt das „blaue Auge“ des Waldecker Landes als eines der beliebtesten Urlaubsziele in Hessen. Auch weil der drittgrößten Talsperre Deutschlands Anfang des 20. Jahrhunderts drei Dörfer zum Opfer fielen: Bringhausen, Berich und Asel. Sie alle verschwanden im aufgestauten See. Zumindest vorübergehend. Denn Jahr für Jahr, wenn der Wasserstand sinkt, tauchen die Ruinen des versunkenen Edersee-Atlantis wieder auf. Hat der See im Herbst seinen Tiefstand erreicht, ragen die alten Grundmauern versunkener Häuser aus dem Wasser hervor.  
Schloss Waldeck bietet eine wunderschöne Aussicht
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Für Hochzeiten gibt es rund um den Edersee zahlreiche Möglichkeiten. Unter anderem können sich Brautpaare beispielsweise im Turmzimmer der Edersee-Staumauer oder an Bord eines Schiffes das Ja-Wort geben. In jedem Fall lohnt es sich, den Einbruch der Dunkelheit abzuwarten. Denn allabendlich strahlen 39 LED-Scheinwerfer die Sperrmauer in bunten Farben an und sorgen für eine traumhafte Beleuchtung.
Mit einem traumhaften Blick über den Edersee und den Kellerwald lockt auch ein weiteres  Wahrzeichen der Region: Schloss Waldeck. Gleiches gilt für Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen, auch bekannt als Schneewittchen-Schloss. In ihm lebte einst die Fürstentochter Margaretha von Waldeck, die mit ihrer Schönheit den Neid ihrer Stiefmutter auf sich zog. Heute können Paare unter anderem im blauen Salon des barocken Schlosses heiraten. Geht es um märchenhafte Kulissen, ist hiermit in Hessen allerdings noch lange nicht Schluss.
Märchenhochzeit in der Heimat der Gebrüder Grimm
Paare, die in der Heimat der Gebrüder Grimm nach einem wahrhaft märchenhaften Rahmen für ihre standesamtliche Hochzeit suchen, haben die Qual der Wahl. Neben dem bereits genannten Schneewittchen-Schloss gibt es noch die Schlösser Rothenstein und Wilhelmshöhe, die Trendelburg, Burg Herzberg (gelegen mitten im Rotkäppchenland) oder auch „Grimms Märchenkeller“ im Alten Rathaus von Wolfhagen.
Besondere Erwähnung verdient das „Dornröschen-Schloss“ Sababurg im nordhessischen Hofgeismar. Wie der Name bereits verrät, schlief Dornröschen alten Überlieferungen zufolge in den hiesigen Mauern ihren 100jährigen Schlaf. Schwer zu glauben ist das nicht. Gebaut im 14. Jahrhundert und gelegen auf einer Anhöhe im Reinhardswald sieht das Schloss tatsächlich verwunschen und aus der Zeit gefallen aus. Seit 1987, als im Schloss das deutschlandweit erste Standesamt außerhalb eines Rathauses eingerichtet wurde, haben sich hier bereits über 4.000 Paare das Ja-Wort gegeben. Der Garten bietet eine traumhafte Kulisse für Hochzeitsfotos.  
Hochzeitsturm Darmstadt
Im 48,5 Meter hohen Wahrzeichen Darmstadts ist der Name Programm. Ursprünglich war der Turm ein Hochzeitsgeschenk der Stadt an den Großherzog Ernst Ludwig und seine Frau Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich, die am 2. Februar 1905 geheiratet hatten. Auf die Frage, was Darmstadt den beiden schenken könne, hatte sich der adelige Bräutigam damals einen Aussichtsturm auf der Mathildenhöhe gewünscht.
Seit 1993 finden im Hochzeitsturm öffentliche Trauungen statt, jährlich ungefähr 500.  Zwei großherzögliche Hochzeitszimmer stehen hierfür zur Verfügung. Traditionell wird dem Brautpaar, nachdem es den Bund fürs Leben geschlossen hat, Wein in einem historischen Becher serviert. Wer es schafft, diesen zu leeren, dem soll eine glückliche Ehe bevorstehen. Ein Highlight des Hochzeitsturms ist seine Aussichtsplattform mit Panorama-Rundblick. An klaren Tagen kann man von hier aus bis zum Donnersberg in der Pfalz schauen, im Norden sieht man die Hochhaus-Silhouette von Frankfurt und bei Nacht das funkelnde Lichtermeer des Rhein-Main-Flughafens.   
Dem Himmel so nah: Hessens höchstes Hochzeitszimmer 
Für Hochzeitspaare, die hoch hinaus wollen, ist eine Trauung in der „Radom“-Kuppel genau das Richtige. Hier, auf der Wasserkuppe in 950 Metern Höhe, findet sich Hessens höchstgelegenes Trauzimmer. Die Wasserkuppe, Hessens höchster Berg, ist ein beliebtes Ausflugsziel, Geburtsstätte des Segelflugsports und als „Berg der Flieger“ bekannt. Farbenprächtige Lichtinstallationen sorgen in der „Radom“-Kuppel für ein außergewöhnliches Ambiente. Vom „Gipfel der Liebe“ haben Brautpaare und ihre Gäste außerdem eine 360-Grad Aussicht in die weite Rhönlandschaft.

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Über den Dächern der Stadt: Heiraten im Main Tower
Hoch hinaus geht es für zukünftige Ehepaare auch in Frankfurt. Genauer gesagt: bis in den 53. Stock des Main Towers, der mit 200 Metern Höhe (240 Meter mit Mast) Deutschlands vierthöchstes Hochhaus ist. Seit 2004 überlässt der Hessische Rundfunk sein Studio wöchentlich dem Standesamt Frankfurt. Durch die Rundum-Fensterfront hat die Hochzeitsgesellschaft schon während der Zeremonie einen unverstellten Blick auf die Skyline von „Mainhattan“. Wer noch etwas Zeit mitbringt, kann im Anschluss die öffentlich zugängliche Besucherterrasse in 198 Metern Höhe erklimmen und bei einem Sektumtrunk die beeindruckende Aussicht genießen.
Heiraten unter Tage: „Glück auf!“ im Bergwerk Merkers 
Für Paare, die nicht schwindelfrei sind, sich aber trotzdem einen außergewöhnlichen Rahmen für ihre Hochzeitsfeier wünschen, ist die Heirat unter Tage eine interessante Alternative. Denn auch tief unter der Erde kann man in Hessen den Bund fürs Leben schließen, zum Beispiel im Bergwerk Merkers. Seit 2008 können sich Paare hier trauen lassen.  
Gemeinsam mit den Gästen sowie den begleitenden Bergleuten geht es dafür zunächst in einem Förderschacht innerhalb von nur 90 Sekunden in rund 800 Meter Tiefe hinab. Dort angekommen geht es für die Hochzeitsgesellschaft weiter zu einer glitzernden Kristallgrotte. Diese bietet Platz für die Brautleute, den Standesbeamten sowie die Trauzeugen des Paares. Doch auch der Rest der Hochzeitsgesellschaft ist nicht außen vor: Auf Sitzgelegenheiten vor der Grotte kann er die Zeremonie live verfolgen.
Hochzeit in Hessen: Für jeden den passenden Rahmen 
Egal ob über den Dächern der Stadt, tief unter Tage oder im Hochzeitsturm: Die Standesämter in Hessen bieten Hochzeitspaaren an einer ganzen Reihe besonderer Orte die Möglichkeit, den Bund fürs Leben zu schließen und mit Freunden und Verwandten einen unvergesslichen Tag zu verbringen. Letztendlich ist es jedoch zweitrangig, ob man sich für eine der hier vorgestellten Möglichkeiten oder doch eine andere Alternative entscheidet. Schließlich reicht am Hochzeitstag eine einfache Zauberformel, um aus jedem Ort einen ganz  besonderen zu machen:  „Ja, ich will!“.

 

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