10 Jahre owi21 – Eine Erfolgsgeschichte

 

Wir schreiben den 6. März 2001. Eine kleine Gruppe unerschrockener Mitarbeiter der Zentralen Bußgeldstelle in Kassel und der Bußgeldstelle der Stadt Frankfurt treffen sich in einem konspirativen Raum namens „Rüdesheim“ im damaligen Standort der Kommunalen Informationsverarbeitung in Hessen (KIV) in Darmstadt-Kranichstein. Ihre Mission: Herbeiführung einer Revolution auf dem Sektor der Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten.

Mittendrin und nicht nur dabei: Der jetzige Geschäftsführer der ekom21, Ulrich Künkel.

Das seit 25 Jahren erfolgreich eingesetzte Verfahren HESOWI sollte durch etwas „modernes“ und „grafisches“ abgelöst werden, da die Leistungsgrenzen eines textorientierten und terminalbasierenden Großrechnerverfahrens erreicht waren und die Kunden Anforderungen stellten, die sich auf herkömmliche Art und Weise nicht mehr realisieren ließen.

Nach vielen internen Diskussionen wurde die Entscheidung getroffen, ein ganz neues Verfahren auf Basis moderner Technologien „mit Kunden für Kunden“ zu entwickeln. Anhand von Prototypen ist die am besten geeignete Systemumgebung ermittelt worden und eine Arbeitsgruppe aus Owi-Fachleuten hat Arbeitsabläufe und Aufgaben beschrieben, die es dann im damals noch namenlosen Owi-Programm abzubilden galt. Nicht nur die Fachleute gaben ihr Bestes, sondern auch die Kaffeemaschinen.

Knappe drei Jahre später war es dann soweit!

Nach einer letzten Durchsicht der aus dem Altverfahren „HESOWI“ migrierten Falldaten am Sonntag, den 4.1.2004 sind die ersten 20 Kommunen am 5. Januar 2004 mit dem neuen Verfahren „owi21“ in Betrieb gegangen. Im Terminkalender von Ulrich Künkel, damals Leiter des Unternehmensbereiches Softwareentwicklung/eGovernment der ekom21, findet sich hierzu der lapidare Eintrag „Inbetriebnahme owi21“.

Dann folgten Schritt für Schritt bis zum September 2004 alle anderen hessischen Anwender von „HESOWI“.

Zwischenzeitlich konnten mit den Ländern Schleswig-Holstein, Thüringen und Baden-Württemberg weitere Interessenten von der Leistungsfähigkeit von owi21 überzeugt werden, die nun schon längerer Zeit „produktiv“ sind.

Weitere Meilensteine waren dann der bundesweit erstmalige Einsatz des elektronischen Postzustellungsauftrages, der in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post AG und der Zentralen Bußgeldstelle des Landes Hessen (ZBS) entwickelt wurde. Danach folgte die Einführung der vollständigen elektronischen Akte in owi21, die es uns Kunden ermöglichte, die Aktenführung zu optimieren, indem Dokumente nicht mehr in Registraturen abgelegt werden mussten. Das Scannen hat Platz geschaffen und das Betrachten der Akte innerhalb von owi21 für mehr Geschwindigkeit bei der Verfahrensbearbeitung gesorgt.
Zusammen mit der ZBS und dem hessischen Justizministerium hat die ekom21 im Rahmen des Projektes „Elektronischer Rechtsverkehr in Ordnungswidrigkeiten“ wieder einmal eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen und owi21 ist seit 2007 in der Lage, Einspruchsverfahren vollelektronisch und damit papierlos an die hessische Justiz zu übermitteln. Dazu wird der Standard „XJustiz“ genutzt.

Im Jahre 2008 hat die ekom21 –wieder auf Kundenwunsch- eine Erweiterung von owi21 entwickelt, mit der wir Kunden auf einfache Art und Weise mit PDAs oder Smartphones „vor Ort“ und ebenfalls völlig papierlos unsere Anzeigen erfassen können. „owi21ToGo“ war geboren und reiht sich in unsere Erfolgsgeschichte mit ein. Inzwischen nutzen mehr als 70 Gemeinden in Hessen diese kostengünstigen Geräte, um praktisch fehlerfrei „OWis“ wie es im Fachjargon heißt, also Ordnungswidrigkeiten, zu erfassen und an owi21 zu übertragen. Auch in Baden-Württemberg sind schon fast 100 Gemeinden mit dabei.

Nachdem bereits vier Bundesländer owi21 im Einsatz haben, konnte in 2009 auch die Freie und Hansestadt Hamburg von der Leistungsfähigkeit von owi21 überzeugt werden. Dort geht es Ende April 2011 los und dann wird owi21 auch in Hamburg eingesetzt.

Im Rahmen dieser Entwicklung sind schon die ersten Modernisierungen an owi21 vorgenommen worden. Technologische „Altlasten“ wurden entfernt, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Im Oktober 2011 kommen dann auch die anderen Kunden in den Genuss dieser „Evolution“. owi21 Version 3 geht „online“. Damit und mit den bereits geplanten weiteren Verbesserungen sind wir gerüstet für viele weiter Jahre mit owi21.

In diesem Sinne:
Herzlichen Glückwunsch owi21!

Dipl. Verw. (FH) Detlef Erdmann ist Leiter Informationstechnik der Zentralen Bußgeldstelle beim Regierungspräsidium Kassel.