Mit kindernetfrankfurt.de online für die Kita anmelden

 

Auch wenn in einer Stadt ausreichend Betreuungsangebote für Kinder vorhanden sind, bedeutet dies nicht, dass jedes Kind auch einen Kita- oder Krippenplatz erhält. Ineffiziente Anmeldeprozesse führen immer wieder zu Doppelanmeldungen und sorgen für Intransparenz bei der Vergabepraxis. Dies sorgt bei betroffenen Bürgern immer wieder für Verärgerungen. Das Online-Portal kindernetfrankfurt.de aus dem Hause ekom21 sorgt jetzt für Abhilfe.
Eine Studie, die das Statistische Bundesamt Ende Januar 2016 in Wiesbaden vorgestellt hat, zeigt es deutlich: Noch ist die Kapazität an Betreuungsplätzen für Kinder in Hessen ausreichend. Das Studienergebnis deckt sich mit der Einschätzung des Hessischen Landkreistags [http://www.fnp.de/rhein-main/In-Frankfurt-ist-die-Betreuungsquote-am-hoechsten;art1491,1832414]: „Momentan scheinen die Quoten den Bedarf zu decken“, urteilt der Geschäftsführende Direktor Jan Hilligardt. „Aber durch den Flüchtlingszustrom wird die Nachfrage nach Betreuungsplätzen stark steigen.“ 
Ineffiziente Anmeldeprozesse müssen nicht sein
Doch trotz ausreichender Betreuungsplätze ist es für Eltern schon jetzt schwierig, für ihr Kind eine Betreuung in einer Kita oder bei Tageseltern zu finden. Grund dafür ist in vielen Städten und Gemeinden der Anmeldeprozess. Eltern müssen ihre Kinder bei den einzelnen Einrichtungen für einen Betreuungsplatz vormerken lassen. Um die Chancen auf einen Platz zu erhöhen, merken sie ihre Kinder gleich in mehreren Einrichtungen vor. Allerdings erfolgt ein Abgleich dieser Anmeldelisten nur selten. 

Die Suche nach einem freien Kindergartenplatz ist nicht immer einfach.
© lichtkunst.73 / PIXELIO [Link: http://www.pixelio.de]
Für die Träger, wie etwa Städte, Kirchen oder private Anbieter, bedeutet dies: Ihre Einrichtungen halten freie Betreuungsplätze für Kinder vor, die längst eine andere Kita besuchen. Den Eltern wiederum fehlt der Überblick, welche Einrichtungen noch freie Plätze haben. 
Verärgerte Bürger, unwirtschaftliche Einrichtungen
Sollte sich die Prognose des Hessischen Landkreistags erfüllen, so droht sich diese Situation weiter zu verschlechtern. Betroffen davon seien vor allem die Städte. Schon heute beschweren sich Eltern immer wieder über ineffiziente und intransparente Anmeldeprozesse, wenn sie nach erfolgloser Suche ohne Betreuungsplatz dastehen.
Dabei ist ein einfacher Zugang zu einem Betreuungsplatz für viele gut ausgebildete Väter und Mütter ein ausschlaggebender Faktor für die Attraktivität des Wohnumfeldes. Zunehmend entscheiden auch Partner bei der Wahl des Arbeitsplatzes mit und achten sehr genau auf die Entwicklung der infrastrukturellen Angebote. Städte und Kommunen, die Betreuungsangebote schnell und einfach nutzbar machen, sichern sich damit einen wichtigen Standortvorteil.
Zudem führt der bisherige Anmeldeprozess dazu, dass Einrichtungen unterschiedlich stark ausgelastet sind. Während manche Betreuungseinrichtungen mit einer Überbelegung kämpfen, sind andere unterbelegt. Diese Unterbelegung macht einzelne Einrichtungen unter Umständen nicht mehr wirtschaftlich. Der Abbau von Betreuungsplätzen droht.
Mehr Effizienz in Frankfurt
Um Betreuungsplätze schnell und einfach zu vermitteln, hat die Stadt Frankfurt den Anmeldeprozess vollständig digitalisiert. Im Dezember 2015 ging das Vermittlungsportal kindernetfrankfurt.de [http://www.kindernetfrankfurt.de] online. Eltern müssen seitdem nicht mehr bei jeder einzelnen Einrichtung einen Anmeldebogen ausfüllen. Dafür reichen künftig ein paar Klicks und die einmalige Eingabe ins Online-System.
Auf kindernetfrankfurt.de sind alle Betreuungsangebote der Stadt gebündelt: Plätze in Krippen, Kindergärten und Horten. Dazu kommen Angebote der Erweiterten Schulischen Betreuung sowie von Tagesmüttern und -vätern.
45.000 Betreuungsplätze online verfügbar
Entwickelt wurde das Portal vom Stadtschulamt in Frankfurt und dem IT-Dienstleister ekom21 mit Sitz in Gießen. Herausforderung war vor allem die hohe Anzahl an Betreuungsplätzen. Es mussten 45.000 vorhandene Plätze in das Portal eingebunden werden: sowohl Betreuungsplätze der Stadt als auch von mehr als 200 freien Trägern.
Besonderen Wert wurde auf das Thema Datensicherheit gelegt. Ähnliche Projekte in anderen Gemeinden scheiterten daran: „Einige Kommunen, die früh auf dem Markt waren, mussten ihre Portale wegen Sicherheitslücken wieder vom Netz nehmen“, erklärt die Frankfurter Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) [http://www.fr-online.de/frankfurt/kinderbetreuung-online-fuer-die-kita-anmelden,1472798,31992232.html].
So funktioniert kindernetfrankfurt.de
Das Online-Portal aggregiert alle Einrichtungen der Stadt und zeigt, wo noch freie Plätze vorhanden sind. Ob ein Kind angenommen wird, entscheiden die Einrichtungen vor Ort allerdings nach wie vor selber.

Der Einstieg in die Online-Suche nach einem Kindergartenplatz auf kindernetfrankfurt.de., Screenshot kindernetfrankfurt.de
Zuerst müssen sich die Eltern auf dem Portal registrieren. Um einen Betreuungsplatz für ihr Kind vorzumerken, müssen die Erziehungsberichtigten zunächst Angaben zu ihrer Person machen. Neben persönlichen Daten werden auch Kriterien wie „alleinerziehend“, „Berufstätigkeit“ und der Bezug von Sozialleistungen abgefragt. Diese Kriterien entscheiden darüber, wie hoch der Bedarf an einem Betreuungsplatz eingestuft wird. Bei den Einrichtungen erscheinen dann Kinder mit dem höchsten Bedarf direkt an oberster Stelle.

Eltern, die einen Kindergartenplatz online vormerken wollen, müssen sich zuvor registrieren. Screenshot kindernetfrankfurt.de
Sobald ein passendes Angebot für ein Kind vorliegt, erhalten die Nutzer eine eMail. Das System entfernt die Datensätze der Kinder aber nur dann, wenn sie auch tatsächlich einen Betreuungsplatz erhalten haben. Somit entfällt der in der Vergangenheit notwendige händische Abgleich der Wartelisten. Die Verantwortlichen in der Verwaltung sehen auf einen Blick, in welchen Stadtteilen und Gemeindebezirken der Platzbedarf groß ist.

Kindergärten der Stadt Frankfurt und ihr Betreuungsangebot, Screenshot kindernetfrankfurt.de
Hessen schaut auf Frankfurt
Kindernetfrankfurt.de ging am 11. Dezember 2015 erstmals online. Die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt sind begeistert. Bildungsdezernentin Sarah Sorge sagte gegenüber der FAZ, kindernetfrankfurt.de sei nicht nur in Hessen, sondern deutschlandweit ein einmaliges Projekt.
Auch Ulrich Künkel, Geschäftsführer bei eKom21, ist zufrieden mit dem Ergebnis. Das Portal sei inhaltlich und technologisch wegweisend. „Es gibt eine Reihe von Kommunen, die jetzt mit großer Aufmerksamkeit auf Frankfurt schauen“, sagte Künkel [http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/in-frankfurt-sind-kita-plaetze-online-zu-finden-13824511.html].

 

Weiterführende Links
Einschätzung des Hessischen Landkreistags zur Betreuungssituation in Hessen
kindernetfrankfurt.de – Das von ekom21 entwickelte Online-Portal
Frankfurter Bildungsdezernentin Sarah Sorge zur Datensicherheit bei kindernetfrankfurt.de
Ulrich Künkel, Geschäftsführer bei ekom21, über kindernetfrankfurt.de