Cybersecurity

Aber sicher!

Im Bild: ekom21-Geschäftsführer Bertram Huke

Das vom Hessischen Innenministerium organisierte Forum beschäftigt sich jährlich mit aktuellen IT-Sicherheitstrend und lädt zum intensiven Austausch ein. Auch diesmal standen Trends und Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Datensicherheit und Cyberkriminalität im Vordergrund. Auch die ekom21 war mit ihren Experten vom Kommunalen Dienstleistungszentrum Cybersicherheit (KDLZ-CS) vertreten.

Wachsende Bedeutung

Die Eröffnungsrede hielt der Hessische Innenminister Peter Beuth, der die enorme Wichtigkeit und wachsende Bedeutung der Cybersicherheit hervorhob: „Staatliche Stellen müssen ihre Daten immer bestmöglich schützen. Mit dem Hessen Cyber Competence Center haben wir einen Knotenpunkt für unsere Verwaltung, die Sicherheitsbehörden sowie für Kommunen und Wirtschaft geschaffen. Dort wird die IT-Expertise des Landes gebündelt und das im 24/7-Betrieb. Bei der Komplexität digitaler Sicherheitsfragen ist es wichtig, Hilfsangebote so einfach wie möglich zu gestalten. In einer immer stärker vernetzten virtuellen Welt sind wir auf smarte Behörden angewiesen, die frühzeitig Bedrohungen erkennen und unsere Daten vor Manipulation oder Spionage schützen“.

Beuth betonte, dass insbesondere für behördliche Daten ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet werden müsse.

Vollbesetzte Reihen beim 4. Hessischen Cybersicherheitsgipfel
Zahlreiche Maßnahmen

Der Innenminister verwies auf die zahlreichen Maßnahmen und Einrichtungen, die Hessen sicherer machen – so wie das Cyber Competence Center (Hessen3C), das neuen Mobile Incident Response Team (MIRT) oder auch das Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit (KDLZ-CS).

Er fasste die Bemühungen exemplarisch zusammen: „… Unsere Spezialisten helfen bei der Analyse und Schadensbegrenzung und führen digitalforensische Datensicherungen durch. Außerdem bieten wir hessischen Kommunen kostenlose Beratung an, wie die eigenen Systeme sicherer werden. Rund 300 Städte und Gemeinden konnten sich bereits von den Unterstützungsangeboten unseres ‚Kommunalen Dienstleistungszentrums Cybersicherheit‘ überzeugen. Dabei wurden bisher nahezu 900 Beratungstermine vor Ort absolviert“, so Beuth.

Mehr als 5,2 Millionen Euro stellt die Landesregierung für das KDLZ-CS zur Verfügung. Fachlich und personell liegt die Ausführung bei der ekom21. Auftrag ist, die komplette IT-Infrastruktur der Kommunen unter die Lupe zu nehmen, zu beraten, das Personal zu schulen und Schwachstellen aufzuzeigen. Am Ende steht die Schaffung einer großflächigen Verbesserung des Informationssicherheitsniveaus bei den Kommunen – für mehr Sicherheit der Bürger und der technologischen Infrastruktur der Kommunen.

KDLZ im Fokus

Zum Thema passend präsentierte Bertram Huke, Geschäftsführer der ekom21, die Erfolgsstory des KDLZ-CS. Huke erklärte, dass das Dienstleistungszentrum beim Sicherheits-Kongress 2016 in Idstein erstmals vorgestellt wurde. Grundlage war eine gemeinsame Sicherheitsinitiative des Landes Hessen, der hessischen Kommunalen Spitzenverbände und der ekom21. Zunächst standen 2,5 Millionen Euro für die Beratung von Kommunen bis zu einer Größe von ca. 30.000 Einwohnern zur Verfügung. Das Interesse war riesig und so wurde bereits ein Jahr später das Förderprogramm um weitere 2,7 Millionen Euro aufgestockt – seitdem können auch größere Kommunen, Großstädte und Landkreise die Dienste des KDLZ-CS in Anspruch nehmen.

„Bereits 75 Prozent der hessischen Kommunen unter 30.000 Einwohnern haben unsere Beratungsservices zu kommunaler Informationssicherheit in Anspruch genommen“, verkündete Huke stolz und machte den noch zögernden Verwaltungen Mut, die kostenlosen Dienstleistungen des KDLZ-CS zu beauftragen.

An alle Teilnehmer des Cybersicherheitsgipfels richtete er einen Apell zu erhöhter Vorsicht und nicht nachlassender Aufmerksamkeit, denn: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess! Kommunen müssen das erreichte Niveau an Informationssicherheit immer wieder auf den Prüfstand stellen“, so der ekom21-Geschäftsführer.

Digitale Angebote ausbauen

Patrick Burghardt, Staatssekretär für digitale Strategie und Entwicklung, ging in seiner Rede neben Sicherheitsaspekten auch auf den Ausbau digitaler Angebote ein. Er machte deutlich, dass fortschreitende Digitalisierung mit der Fortentwickelung von Sicherheitsmaßnahmen einhergehen müsse.

Workshops (wie hier von der ekom21 und b-pi sec) rundeten den Gipfel ab

Der Staatssekretär verwies auf eine Studie des Fraunhofer-Instituts, wonach bereits 60 Prozent der Bürger in Hessen digitale Angebote von Behörden nutzen würden. „Mit unserem Servicekonto Hessen können Bürgerinnen und Bürger über das Internet verschiedene Leistungen der Landes- und Kommunalverwaltungen einfach und zu jeder Zeit in Anspruch nehmen. Dieses Angebot stellen wir auch unseren Kommunen kostenfrei zur Verfügung. In über 360 hessischen Standesämtern können beispielsweise Geburts- oder Eheurkunden über das Servicekonto online beantragt werden. In einigen Großstädten können mit dem Servicekonto schon Bewohnerparkausweise beantragt werden …“, so Burghardt.

Er spielte damit auf die Freischaltung des „Standesamtsportals“ in Hessen an, mit dem die Voraussetzung geschaffen wurden, dass von den Bürgern in diesem Bereich Leistungen der Kommunalverwaltungen einfach und zu jeder Zeit in Anspruch genommen werden können.

Möglich ist dies durch die Verknüpfung der kommunalen Angebote mit der Prozessplattform „civento“ der ekom21 und dem Servicekonto des Landes Hessen. Das Land Hessen und die ekom21 sind damit bundesweit die Ersten, die für ein ganzes Handlungsfeld den Kommunen und Bürgern eine einheitliche Plattform anbieten und damit die Anforderungen aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG) erfüllen.

Nach den Reden war es an den Teilnehmern, sich auf den aktuellen Stad der Cyber- und Informationssicherheit zu bringen. Eine umfangreiche Fachausstellung, verschiedene Workshops und Foren sowie ein intensives „Netzwerken“ sorgten für neue Erkenntnisse.